Adelbert von Chamisso Poems

Adelbert von Chamisso Poems, Adelbert von Chamisso is recorded as a German poet and botanical expert who was actually born at the end of the 18th century in France. His aristocratic family were driven out of their French chateau at the time of the Revolution.

The poem that his is best known for was written in prose narrative form and called Peter Schlemihl. This was a story about a man who sold his own shadow and was written initially just as an amusement for the children of a friend but went on to achieve great popularity and was translated into many languages.

Adelbert von Chamisso Poems

Adelbert von Chamisso Bio

Known by a variety of names he was actually born Louis Charles Adélaïde de Chamissot on the 30th January 1781. His family had occupied the Chateau Boncourt in the Champagne region of France for generations but these were turbulent times in the history of France.

The Revolution was gathering pace and they fled for their lives and settled in Berlin. At the age of 17 Chamisso was accepted at court as page-in-waiting to the Queen and, two years later, joined the Prussian army.

Adelbert von Chamisso Poems

Das Riesenspielzeug

Burg Nideck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt,
die Höhe, wo vorzeiten die Burg der Riesen stand;
sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.

Einst kam das Riesenfräulein aus jener Burg hervor,
erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Tor
und stieg hinab den Abhang bis in das Tal hinein,
neugierig zu erkunden, wie’s unten möchte sein.

Mit wen’gen raschen Schritten durchkreuzte sie den Wald,
erreichte gegen Haslach das Land der Menschen bald,
und Städte dort und Dörfer und das bestellte Feld
erschienen ihren Augen gar eine fremde Welt.

Wie jetzt zu ihren Füßen sie spähend niederschaut,
bemerkt sie einen Bauer, der seinen Acker baut;
es kriecht das kleine Wesen einher so sonderbar,
es glitzert in der Sonne der Pflug so blank und klar
.

“Ei! artig Spielding!” ruft sie, “das nehm’ ich mit nach Haus!”
Sie knieet nieder, spreitet behend ihr Tüchlein aus
und feget mit den Händen, was sich da alles regt,
zu Haufen in das Tüchlein, das sie zusammenschlägt,

und eilt mit freud’gen Sprüngen, man weiß, wie Kinder sind,
zur Burg hinan und suchet den Vater auf geschwind:
“Ei Vater, lieber Vater, ein Spielding wunderschön!
So Allerliebstes sah ich noch nie auf unsern Höh’n.”

Der Alte saß am Tische und trank den kühlen Wein,
er schaut sie an behaglich, er fragt das Töchterlein:
“Was Zappeliges bringst du in deinem Tuch herbei?
Du hüpfest ja vor Freuden; laß sehen, was es sei.”

Sie spreitet aus das Tüchlein und fängt behutsam an,
den Bauer aufzustellen, den Pflug und das Gespann;
wie alles auf dem Tische sie zierlich aufgebaut,
so klatscht sie in die Hände und springt und jubelt laut.

Der Alte wird gar ernsthaft und wiegt sein Haupt und spricht:
“Was hast du angerichtet? Das ist kein Spielzeug nicht!
Wo du es hergenommen, da trag es wieder hin,
der Bauer ist kein Spielzeug, was kommt dir in den Sinn?

Sollst gleich und ohne Murren erfüllen mein Gebot;
denn wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot;
es sprießt der Stamm der Riesen aus Bauernmark hervor,
der Bauer ist kein Spielzeug, da sei uns Gott davor

Burg Nideck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt,
die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand;
sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
und fragst Du nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.

Adelbert von Chamisso Poems
Adelbert von Chamisso Poems

Die Weiber von Weinsberg

Der erste Hohenstaufe, der König Konrad, lag
Mit Heeresmacht vor Weinsberg seit manchem langen Tag.
Der Welfe war geschlagen, noch wehrte sich das Nest,
Die unverzagten Städter, die hielten es noch fest.Der Hunger kam, der Hunger! Das ist ein scharfer Dorn.
Nun suchten sie die Gnade, nun fanden sie den Zorn:
“Ihr habt mir hier erschlagen gar manchen Degen wert,
Und öffnet ihr die Tore, so trifft euch doch das Schwert!”Da sind die Weiber kommen: “Und muss es also sein,
Gewährt uns freien Abzug, wir sind vom Blute rein!”
Da hat sich vor den Armen des Helden Zorn gekühlt.
Da hat ein sanft Erbarmen im Herzen er gefühlt.”Die Weiber mögen abziehn, und jede habe frei,
Was sie vermag zu tragen und ihr das Liebste sei;
Lasst ziehn mit ihrer Bürde sie ungehindert fort!
Das ist des Königs Meinung, das ist des Königs Wort.”Und als der frühe Morgen im Osten kaum gegraut,
Da hat ein seltnes Schauspiel vom Lager man geschaut;
Es öffnet leise, leise sich das bedrängte Tor,
Es schwankt ein Zug von Weibern mit schwerem Schritt hervor.

Tief beugt die Last sie nieder, die auf dem Nacken ruht,
Sie tragen ihre Eh’herrn, das ist ihr liebstes Gut.
“Halt an die argen Weiber!” ruft drohend mancher Wicht;
Der Kanzler spricht bedeutsam: “Das war die Meinung nicht!”

Da hat, wie er’s vernommen, der fromme Herr gelacht:
“Und war es nicht die Meinung, sie haben’s gut gemacht!
Gesprochen ist gesprochen, das Königswort besteht,
Und zwar von keinem Kanzler zerdeutelt und zerdreht.”

Adelbert von Chamisso Poems
Adelbert von Chamisso Poems

 

Es geht bei gedämpfter Trommel Klang

Es geht bei gedämpfter Trommel Klang;
Wie weit noch die Stätte! der Weg wie lang!
O wär er zur Ruh und alles vorbei!
Ich glaub’, es bricht mir das Herz entzwei!Ich hab’ in der Welt nur ihn geliebt,
Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!
Bei klingendem Spiele wird paradiert;
Dazu bin auch ich kommandiert.Nun schaut er auf zum letzten Mal
In Gottes Sonne freudigen Strahl;
Nun binden sie ihm die Augen zu —
Dir schenke Gott die ewige Ruh!Es haben die Neun wohl angelegt;
Acht Kugeln haben vorbeigefegt.
Sie zittern alle vor Jammer und Schmerz —
Ich aber, ich traf ihn mitten in das Herz.
Adelbert von Chamisso Poems
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In Andersens Stammbuch

lasset uns, in dieser düstern, bangen Zeit,
Wo hochanschwellend donnernd der Geschichte Strom
Die starre langgehegte Eisesdecke sprengt,
Das neue Leben unter Trümmern bricht hervor,
Und sich in Stürmen umgestalten will die Welt,
O lasset uns, ihr Freunde, — rings verhallt das Lied
Und unserm heitern Saitenspiele lauscht kein Ohr —
Dennoch die Göttergabe des Gesanges treu
Im reinen Busen hägen, wahren, dass vielleicht
Wir hochergraute Barden einst die Sonne noch
Mit Hochgesang begrüssen, welche das Gewölk
Zertheilend die verjüngte Welt bescheinen wird.
Prophetisch, Freunde, bring ich dieses volle Glas
Der fernen Zukunft einer andern Liederzeit.

Zur Erinnerung an den 14ten Juni 1831

Adelbert von Chamisso Poems
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